Liebe Zschachwitzer Gemeinde

beginnend vom Aschermittwoch bis Karsamstag liegt sie nun wieder vor uns die Passionszeit oder für viele auch die Fastenzeit. Das Wort Fasten kommt von dem Mittelhochdeutschen "Vaste" für "fest", "befestigen". Wer fastet, befestigt sich und trägt zu seiner Stabilität bei. Inzwischen wissen viele Menschen aus eigener Erfahrung, dass Fasten nicht nur der freiwillige Verzicht auf gewisse Nahrungs- und Genussmittel für eine bestimmte Zeit ist. Ob religiös oder gesundheitliche Gründe, egal ob Buchinger- Heilfasten, Saftfasten, Fastenwandern, am Ende steht ein damit, einhergehendes Wohlbefinden. Fasten hat etwas mit Reinigung und Entgiftung zu tun, aber auch mit Heilung, Entschleunigung und Achtsamkeit. (Auch so ein modernes Schlagwort). Aber es ist umso wichtiger geworden in unserer schnelllebigen Zeit. Wie achtsam gehen wir mit uns selbst um? Und das ist eine Frage der Lebenseinstellung. Teresa von Avilla (1515- 1582) hat gesagt: "Tu deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen." Jetzt fragen Sie sich, was dieser Satz mit dem Thema Fastenzeit zu tun hat? Vielleicht ist es einen Anstoß wert, die Fasten- und Passionszeit von einer anderen Seite zu betrachten und bewusster zu (er) leben? Wie wäre es einmal "ohne Verzicht"? Dafür "MIT"? Mit mehr Achtsamkeit mir und meinen Mitmenschen gegenüber? An dieser Stelle möchte ich gerne zur Jahreslosung blicken und den inneren Bildern, die jeder von uns damit verbindet. "Suche Frieden" Mein Bild ist auf der Vorderseite zu sehen. Ein See, wie er ruhig daliegt. Es ist eine ruhige Abendstunde, ich sitze am Ufer und Überlasse mich der Stille. Ich kann zur Ruhe kommen und ablegen, was mich beschäftigt. Mein Blick gleitet über den See und ich sehe, wie sich die untergehende Sonne im Wasser spiegelt. In dem Moment bin ich unendlich dankbar dafür, Gottes wundervolle Schöpfung zu sehen, zu hören, zu spüren, zu erleben und dies mitzunehmen in meinen Alltag. Und da fällt mir wieder Teresa von Avilla ein: "Tu dir Gutes, damit du Anderen Gutes tun kannst". Schaffe ich es, nicht nur um mich selbst zu kreisen, sondern meinen Mitmenschen wahrzunehmen, ihn wertzuschätzen, mit einem Dank, einem Blick, einem Lächeln, einer Einladung? Auch das tut Körper und Seele gut. Bevor Jesus seinen schweren Weg gegangen ist, hat er keine Wunder mehr vollbracht, sondern hat mit seinen Jüngern zusammen am Tisch gesessen, hat Gemeinschaft gepflegt und für all das gedankt. Dankbarkeit, Frohsinn, Freundlichkeit, Freude, Mut ich wünsche Ihnen in den nächsten Wochen diesen "MIT"-Blick. Herzlich grüßt Sie, Kerstin Simon